mein Selbst
für andre nimmst Du Dir viel Zeit
doch ich bin Dir nicht wichtig
Dein Fokus der liegt kaum bei mir
Du liebst mich wohl nicht richtig
bei andren hast Du Empathie
ich bin Dir wohl egal
vielleicht bin ich Dir sogar lästig
denn Du triffst ja die Wahl
Dich nur mit andren zu befassen
auf liebevollste Weise
und ich verkümmer ungesehn
und meistens noch ganz leise
dabei bin ich ein Teil von Dir
wie kannst Du mich verraten
dass Du das tust das seh ich täglich
an Dir und Deinen Taten
Du führst uns in den Untergang
zerstörst uns unsre Kraft
verausgabst Dich für Anerkennung
und hast Du es geschafft?
Wohl kaum denn ich bin nicht dabei
und ohne mich bist Du allein
wenn Du dich nicht mit mir verbindest
wirst Du nie glücklich sein
Ich bin Dein Selbst
Karoline Kästner wurde 1983 in Plauen im Vogtland geboren und wuchs dort als viertes Kind in einer großen Familie auf.
Geprägt von katholischer Kirche, Mauerfall und Waldorfschule sammelte sie später Erfahrungen auf Wagenplätzen und in Gemeinschaften. Bis heute lebt sie einfach und naturnah. Schon als Kind bewegte sie das Spannungsfeld zwischen Idealismus, Moral, Werten und dem tatsächlichen Erleben von Unvollkommenheiten, Ängsten und der ganzen Spannbreite von Gefühlen. Sie beobachtete viel Unterdrückung, Scham, Angst und Unehrlichkeit in diesen Bereichen.
Aus diesem Erleben heraus begann sie zu schreiben – um das im Schatten versteckte, das Unsichtbare und auch das Verworrene greifbar zu machen. Ihr Werk ist daher der Versuch zu berühren, die Angst vor dem sich zeigen aufzuweichen und zu einem offenen, ehrlichen Austausch anzuregen, um mehr echte Verbindung im miteinander zu erleben.
Die Autorin lebt heute in der Altmark und ist Mutter von fünf Söhnen.



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